# Eine APK veröffentlichen ## Vorweg: die APK gehört nicht ins Repository Ein Release-Anhang in Gitea liegt **neben** dem Repository, nicht darin. Gitea legt ihn in seinem Anhang-Speicher ab; im Git-Verlauf taucht er nicht auf. Das ist auch gut so. Eine APK ist eine 11-MB-Binärdatei, die sich bei jedem Build komplett ändert. Läge sie im Repository, wüchse der Verlauf mit jeder Version um 11 MB — und zwar **unwiderruflich**: Git vergisst nichts, ein späteres Löschen bringt den Platz nicht zurück. Nach zehn Versionen wäre das Auschecken des Projekts ein 110-MB-Download, obwohl der Quelltext selbst nur wenige hundert Kilobyte hat. Deshalb: bauen, an ein Release hängen, fertig. `.gitignore` sorgt dafür, dass die gebauten Dateien gar nicht erst versehentlich hineinrutschen. ## Signieren Android installiert **keine unsignierte APK** — auch nicht per Sideload. Das hat nichts mit Googles Sperren zu tun, sondern damit, dass das System ohne Signatur nicht feststellen kann, ob ein Update vom selben Absender stammt wie die Erstinstallation. Ohne eigenen Schlüssel signiert der Build mit dem Android-Debug-Schlüssel und sagt das beim Bauen deutlich. Das funktioniert, hat aber einen Haken: Dieser Schlüssel wird pro Rechner erzeugt. Baust du die nächste Version auf einem anderen Rechner, hat sie eine andere Signatur, und Android verweigert das Update — es bliebe nur Deinstallieren und neu einrichten. ### Einen eigenen Schlüssel anlegen Einmalig. Das Passwort tippst du dabei selbst. ```bash keytool -genkeypair -v \ -keystore ~/camper-monitor.jks \ -alias camper -keyalg RSA -keysize 4096 -validity 10000 ``` Danach `Android/keystore.properties` anlegen (die Datei ist in `.gitignore`, sie landet nicht im Repository): ```properties storeFile=/Users/DEINNAME/camper-monitor.jks storePassword=DEIN_PASSWORT keyAlias=camper keyPassword=DEIN_PASSWORT ``` > **Diesen Schlüssel aufbewahren.** Geht er verloren, lässt sich für alle, die > die App installiert haben, nie wieder ein Update ausliefern. Eine Kopie an > einen zweiten Ort, getrennt vom Rechner. ## Wenn Gitea die APK nicht annimmt Zwei Dinge, die leicht zusammenfallen: **Der Quelltext als `.zip` und `.tar.gz`** hängt an *jedem* Gitea-Release automatisch dran. Gitea erzeugt beides aus dem Etikett; es ist nichts, was versehentlich hochgeladen wurde, und es lässt sich auch nicht abschalten. Es stört nur optisch und kostet keinen Speicher — die Archive werden erst beim Anklicken erzeugt. **Die APK abgelehnt** wird dagegen aus einem handfesten Grund: Gitea nimmt nur Dateitypen an, die in seiner Liste stehen, und `.apk` steht dort nicht. Die Liste dieser Instanz lässt sich abfragen: ```bash curl -s https://git.home.fritob.de/api/v1/settings/attachment ``` Kommt dort eine `allowed_types`-Liste ohne `.apk` zurück, ist das die Ursache. Die Grösse ist es nicht — die Grenze liegt bei 100 MiB, die APK bei 11. ### Der richtige Weg: `.apk` erlauben In der `app.ini` des Servers (bei Docker meist `/data/gitea/conf/app.ini`, sonst `/etc/gitea/app.ini`): ```ini [attachment] ALLOWED_TYPES = .avif,.cpuprofile,.csv,.dmp,.docx,.fodg,.fodp,.fods,.fodt,.gif,.gz,.jpeg,.jpg,.json,.jsonc,.log,.md,.mov,.mp4,.odf,.odg,.odp,.ods,.odt,.patch,.pdf,.png,.pptx,.svg,.tgz,.txt,.webm,.webp,.xls,.xlsx,.zip,.apk [repository.release] ALLOWED_TYPES = .apk,.zip ``` Beide Abschnitte, weil je nach Gitea-Fassung mal der eine, mal der andere für Release-Anhänge zuständig ist. Danach Gitea neu starten. Wer es sich einfach machen will, schreibt in beide Schlüssel `*/*` — dann ist alles erlaubt. Auf einer Instanz im eigenen Netz ist das vertretbar; öffentlich wäre es das nicht, weil dann auch beliebige ausführbare Dateien hochladbar sind. ### Ohne Serverzugriff: die Paket-Registry Die nimmt beliebige Dateien an, ganz ohne Typenliste, und ist auf dieser Instanz eingeschaltet. Der Preis: Die Datei landet unter *Packages* statt am Release. ```bash Android/upload-package.sh 1.0.0 ``` Das Skript liest den Zugangsschlüssel aus `~/.gitea-token` und gibt ihn nirgends aus. Ein Token mit dem Recht `write:package` genügt; anzulegen unter *Einstellungen → Anwendungen → Zugriffstoken*. ## Von Hand veröffentlichen ```bash source Android/env.sh cd Android ./gradlew :app:assembleRelease -PversionName=1.0.0 -PversionCode=1 ``` Die APK liegt dann unter `Android/app/build/outputs/apk/release/app-release.apk`. In Gitea: **Releases → New Release**, ein Etikett wie `v1.0.0` wählen, und die APK unter *Attachments* hochladen. Fertig — genau das ist das „Wie sage ich Gitea, dass die APK dort hinein soll". ## Von selbst veröffentlichen `.gitea/workflows/release.yml` nimmt das ab: Ein Etikett hochschieben genügt. ```bash git tag v1.0.0 git push origin v1.0.0 ``` Der Ablauf baut die APK, legt das Release an, falls es noch nicht besteht, und hängt die Datei an. Die Versionsnummer kommt aus dem Etikett, der Versionszähler aus der Anzahl der Commits — so steigt er verlässlich. ### Voraussetzungen 1. **Ein Runner.** Actions brauchen in Gitea einen registrierten Runner mit dem Etikett `ubuntu-latest`. Unter *Site Administration → Actions → Runners* nachsehen. Ist keiner da, bleibt der Weg von Hand — der tut es genauso. 2. **Actions eingeschaltet**, im Repository unter *Settings → Advanced*. 3. **Der Schlüssel als Geheimnis**, falls mit eigenem Schlüssel signiert werden soll. Unter *Settings → Actions → Secrets* anlegen: | Name | Inhalt | | ------------------ | ------------------------------------------ | | `KEYSTORE_BASE64` | `base64 -i ~/camper-monitor.jks \| pbcopy` | | `KEYSTORE_PASSWORD`| das Passwort des Schlüsselspeichers | | `KEY_ALIAS` | `camper` | | `KEY_PASSWORD` | das Passwort des Schlüssels | Fehlen sie, baut der Ablauf trotzdem — dann eben mit dem Debug-Schlüssel, und die APK heisst entsprechend.